- Eintritt frei
Doppelzügiger Rauchabzugskanal (BergbauWanderweg 14)
Pfannenstraße
59909 Bestwig
Wie bereits am Infopult am Kamin erklärt, wurden ab 1854 die bei der Verhüttung der Erze entstehenden, umweltbelastenden Abgase durch einen gemauerten Kanal bis zum Kamin auf dem Bastenberg geleitet. Der Kanal verläuft überwiegend einzügig, nur auf einer Strecke von etwa 20 Metern ist er zweizügig. Aber warum?
Bei der Verhüttung wurden die zerkleinerten Erze in mit Kohle beheizten Öfen so stark geröstet, dass sich das Metall vom gebundenen Schwefel trennte. Die dabei entstehenden Abgase bestanden hauptsächlich aus Kohlendioxid (CO₂), Schwefeldioxid (SO₂), Metalloxiden und Wasserdampf. Das Schwefeldioxid reagierte mit der Luftfeuchtigkeit zu Schwefelsäure, die sich am Boden absetzte und in der Umgebung der Hütte schwere Vegetationsschäden verursachte.
Der zweizügige Abschnitt des Kanals, unweit der Bleihütte, hatte vermutlich zwei Aufgaben: Erstens sollte die Stabilität des Kanals gesichert werden, da darüber ein stark belasteter Weg führte. Zweitens sollte die Luftfeuchtigkeit zusammen mit der Schwefelsäure an den vier hohen, kalten Mauerwänden kondensieren. So konnten Umweltschäden entlang des weiteren Kanalverlaufs und in der Luft – etwa durch „sauren Regen“ – weitgehend vermieden werden. Das Kondenswasser wurde in einer Rinne am Boden des Kanals aufgefangen.
Ob das „saure“ Wasser nach dem Rücklauf zur Bleihütte immer ausreichend neutralisiert werden konnte, ist nicht bekannt. Die restlichen Abgasbestandteile – Russ und Metallpartikel – setzten sich kurz vor dem Kamin ab, wenn der Zug des Kanals nachließ.