- Eintritt frei
- kostenfrei / jederzeit zugänglich
Alter evangelischer Friedhof Lüdenscheid
Mathildenstraße 29
58507 Lüdenscheid
Der Alte evangelische Friedhof
Der älteste Friedhof der Stadt war wie üblich um die Erlöserkirche im Zentrum der Altstadt herum angesiedelt. Durch die wachsende Bevölkerung und aus hygienischen Gründen wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts zusätzliche Begräbnisstätten notwendig. So wurde nach einem Friedhof am Sauerfeld schließlich im November 1865 der evangelische Friedhof geweiht. Mehr als 4.000 Menschen nahmen an der feierlichen Eröffnung teil.
Das erste Begräbnis fand im Januar 1886 statt, als eine Frau zur letzten Ruhe gebettet wurde, die mit 36 Jahren verstorben war. In den darauffolgenden 50 Jahren wurden insgesamt über 25.000 Tote beigesetzt.
Der Alte Friedhof an der Mathildenstraße wurde parkähnlich angelegt und zeigt in seinen ältesten Teilen seine bis heute weitgehend unveränderte Wegeführung. Die beiden Hauptachsen sind von Alleebäumen gesäumt. Die Gesamtanlage des Friedhofs wurde 1999 unter Denkmalschutz gestellt.
Torhalle / Friedhofskapelle
Die Torhalle wurde 1867 erbaut. 11.100 Mark kostete die Errichtung des Gebäudes, das im westlichen Flügel die Wohnung des Totengräbers beherbergte und im östlichen Flügel einen Raum für den Pfarrer bereithielt, sowie eine Leichenkammer, in der aufgefundene oder an ansteckenden Krankheiten Verstorbene bis zur Leichenhalle aufbewahrt wurden.
In den Jahren 1948 und 1948 wurden die damals offene Tordurchfahrt und die bestehenden Räume umgebaut, um mehr Platz für die Lagerung von Leichnamen zu gewinnen und um Trauergästen eine geeignete Friedhofskapelle zu bieten.
Heute wird das Gebäude unter anderem vom Diakonischen Werk und zur Unterbringung von Geräten genutzt.
Das Grabmal Selve
Das Mausoleum wurde im Jugendstil errichtet, seine markante Kupferhaube ist schon von weitem sichtbar. Das Grabmal erinnert an eine Unternehmerfamilie aus dem Versetal, die in der Gründerzeit durch die industriellen Entwicklung innerhalb kürzester Zeit zu einer der reichsten Familien des damaligen Kaiserreiches aufstieg. Auch machte sich die Familie Selve durch Stiftungen in Lüdenscheid einen großen Namen, unter anderem an dem Sanatorium in Hellersen.
Ein Blick durch die Vergitterung ins Innere lohnt sich. Hier kann man das Deckengewölbe betrachten, oder wie bei richtigem Sonnenstand das Licht durch die schönen Farbfenster ins Mausoleum fällt. Sehenswert sind auch der Mosaikfußboden und die Marmorbüsten.
Letztere sind Arbeiten von Luigi Calderini, einem berühmten Maler und Bildhauer um die Jahrhundertwende. Der Italiener kam durch die Bekanntschaft mit Fritz Selve in die Bergstadt.
Anreise mit dem Bus (Haltestellestelle Friedhofstraße) oder mit dem Auto möglich. Parkmöglichkeit: Parkplatz Ecke Dukatenweg/Mathildenstraße