Beim Abbau der silberhaltigen Bleierze am Basten- und Dörnberg trennten die Bergleute das mineralreiche Erz bereits im Stollen vom tauben Gestein. Zusätzlich waren sogenannte Pochjungen dafür zuständig, die wertvollen Erzstücke direkt vor dem Stollenmundloch mit dem Hammer kleiner zu schlagen.
Um das Erz noch weiter aufzubereiten, bevor es in der Hütte geschmolzen wurde, wurden in Ramsbeck Pochwerke errichtet, unter anderem nahe der Valme. Bereits vor 1800 standen solche Pochwerke oberhalb der Kornmühle – sie nutzten die Wasserkraft der Valme und beeinträchtigten gelegentlich den Mühlenbetrieb. Zwischen 1825, 1835–1840 und ab 1853 wurden die letzten Pochwerke im Bereich der Hütte und der Wasserburg gebaut und blieben bis 1889/90 in Betrieb. Danach übernahm die moderne Aufbereitung „Willibald“ auf dem Westhang des Dörnbergs.
Es gab sowohl Trocken- als auch Nasspochwerke, die ähnlich aufgebaut waren. Bei einem Trockenpochwerk wird Wasser über ein Gerinne von oben auf das Wasserrad geleitet. Dieses treibt eine horizontale Welle an, aus der die sogenannten Däumlinge herausragen. Sie heben nacheinander die schweren Pochstempel an, die dann mit voller Wucht auf das Erz auf der Pochsohle fallen. Mit ihren gusseisernen Schuhen zerkleinern die Pochstempel das Erz zu kleineren Stücken – ein ohrenbetäubendes, kraftvolles Geräusch, das die ganze Umgebung erfüllte.


