Dechenhöhle

Des Sauerlandes steinernes Innenleben

...offenbart sich in einer Vielzahl von Höhlen, die nicht nur Spuren längst vergangener Erdzeitalter aufweisen, sondern auch die unserer eigenen Vorfahren

Was haben ein Eisbär, ein Kronleuchter und ein westfälischer Schinken gemeinsam? Sie alle bewohnen die Atta-Höhle in Attendorn. Oder zumindest sind es Skulpturen, die ihnen verblüffend ähnlich sehen und ihre filigranen Formen vom stetigen Tropfen des Wassers erhielten. Alle drei werden in der weltberühmten Tropfsteinhöhle, die als größte und schönste in Deutschland gilt, auch noch ein Weilchen zu betrachten sein. Schließlich dauert es 100 Jahre bis beispielsweise ein Stalagmit, so heißt die „Säule“, die von unten nach oben wächst, einen Zentimeter höher wird. Außerdem scheinen sich der Eisbär und der Schinken in der Höhle recht wohl zu fühlen. Kein Wunder, schließlich herrscht hier eine konstante Temperatur von neun Grad.

Wie in Attendorn gewährt das Sauerland an einer Vielzahl von Orten spannende Einblicke in sein mitunter tief verborgenes, steinernes  Innenleben. Einen der spektakulärsten bietet die Balver Höhle. Schließlich kann sie sich rühmen, die größte Gebirgshalle Europas zu beherbergen. Das riesige Felsengewölbe dringt tief in den Berg vor und bot schon in vorgeschichtlicher Zeit den interessantesten Bewohner ein Zuhause. Dazu gehörten nachweislich zum Beispiel Ur-Elefanten, Neandertaler und natürlich immer wieder Menschen. Diese kommen noch heute gerne in die Balver Höhle. Aber nicht mehr,  um Schutz vor den Unbillen der Natur zu finden, sondern um Justus Frantz zu hören. Wegen ihrer besonderen Akustik ist die Balver Höhle Jahr für Jahr Austragungsort der  gleichnamigen Festspiele, zu denen Künstler und Zuschauer aus aller Welt anreisen.

Nicht wegen der Kunst, sondern ausschließlich wegen ihr kamen seit ihrer Entdeckung im Jahre 1868 14 Millionen Besucher in die Dechenhöhle in Iserlohn. Stalaktiten und Stalagmiten wachsen hier von oben und unten aus dem Stein und an die Wände klammern sich Versteinerungen von Korallen aus der Devonzeit. Diese liegt – ganz grob  gerechnet – immerhin schon 400 Millionen Jahre zurück.

Mit prächtigen Tropfsteinformationen kann auch die Reckenhöhle in Balve-Binolen aufwarten, deren 2,5 Kilometer Höhlengänge auf 500 Metern von Besuchern entdeckt werden können. Vor rund 10.000 Jahren haben unsere Vorfahren  schon ihre Spuren im Sauerland hinterlassen.

Relikte aus der Altsteinzeit sind zum Beispiel in der Bilsteinhöhle in Warstein oder in der Kulturhöhle „Hohler Stein“ südwestlich von Kallenhardt zu  finden. Wer dort vorher gelebt haben könnte, wie Höhlen in aller Welt entstanden sind und welche Auskünfte sie über die Geschichte unseres gesamten Planeten geben, erklärt schließlich das Deutsche Höhlenmuseum in  Iserlohn. Hier zeigen sich ferner ein Höhlenbär und sein Baby den Besuchern, auf die an anderer Stelle nicht weniger als die tiefsten und längsten Höhlen der Welt warten.

Mehr Infos unter:
www.atta-hoehle.de
www.balver-hoehle.de
www.dechenhoehle.de
www.hoehle-warstein.de
www.reckenhoehle.de
www.ruethen.de/hohler_stein


Atta-Höhle in Attendorn