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Wander-Autor Michael Haynes im Sauerland

Wie der kanadische Wander-Autor Michael Haynes seine Liebe für das Sauerland entdeckt hat und was ihm an der Region besonders gefällt.

Eigentlich ist Michael Haynes in den weiten Wäldern Kanadas zu Hause und schreibt als freier Schriftsteller Wanderführer über die Besonderheiten seines Heimatlandes. Doch seit 2012 ist er auch regelmäßig bei uns in Südwestfalen unterwegs und hat seine Liebe zum Sauerland entdeckt. Wie es dazu kam und was er als Kanadier besonders an den Wanderwegen bei uns schätzt, haben wir ihn in einem Interview gefragt.

Wander-Autor Michael Haynes auf der Arnsberger Aussichtsroute - © Michael Haynes

Wann waren Sie das erste Mal im Sauerland und wie kam es dazu?
Das muss 2012 gewesen sein. Ich bin beim Surfen im Internet auf eine Tagung in Eslohe-Wenholthausen aufmerksam geworden. Inhaltlich ging es um Qualitätswanderwege in Europa. Eingeladen waren unter anderem Vertreter aus Skandinavien und dem Baltikum. Da habe ich die Organisatoren einfach angeschrieben, ob ich ebenfalls teilnehmen kann. Und kurze Zeit später saß ich im Flieger nach Europa. Dort habe ich auch Dirk Zimmermann vom Sauerländischen Gebirgsverein kennengelernt, mit dem ich bis heute gut befreundet bin.

 

Mittlerweile sind Sie ja bereits zum dritten Mal im Sauerland. Wo sind Sie bei ihren Aufenthalten bereits überall gewesen?
Während meines jetzigen Aufenthalts bin ich bisher einen Teil der Sauerland-Waldroute gewandert und war auf der Arnsberger Aussichtsroute unterwegs. Vor allem letztere bietet jede Menge wundervolle Aussichten und führt zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten.  Aber auch auf dem Rothaarsteig bin ich schon gewesen.

 

Was gefällt Ihnen am Sauerland besonders gut?
Man kann seine Wanderungen ganz anders planen, da nahezu alle Informationen über das Internet abrufbar sind. Angefangen bei fertigen Routenvorschlägen bis hin zu Ausflugszielen und Insider-Tipps. Auf den Wanderungen selbst ist besonders die Vogelvielfalt faszinierend. Die Geräusche begleiten einen während der gesamten Tour. Die Wälder hier sind auch ganz anders als das, was man in Kanada kennt. Es wirkt alles viel aufgeräumter und freier, da auf dem Boden nur selten größere Sträucher wachsen. Das liegt auch an der forstwirtschaftlichen Nutzung der Wälder. 

Wunderschöne Ausblicke genießen Wanderer auf der Arnsberger Aussichtsroute - © Dirk Zimmermann
Gemeinsam unterwegs mit Dirk Zimmermann vom SGV und seiner Frau - © Michael Haynes

Welche Unterschiede gibt es bei einer Tour durch das Sauerland im Vergleich zu Kanada?
Der größte Unterschied ist auf jeden Fall die gute Beschilderung der Wanderwege im Sauerland. In Kanada sind so gut wie keine Wegweiser vorhanden und auch Kartenmaterial gibt es weniger als hier. Das liegt auch daran, dass es bei uns keine solchen Qualitätsprogramme wie in Deutschland gibt, die stetig an der Verbesserung der Angebote arbeiten. Eine Wandertour in Kanada ist zudem eher eine Reise in die Wildnis. Durch die Weitläufigkeit der Landschaft und die dünne Besiedlung trifft man manchmal mehrere Tage am Stück auf keine Menschenseele. Das Sauerland mit seinen kleinen, malerischen Dörfern als Ausflugszielen ist meiner Meinung nach ideal für Tagesausflüge  geeignet.

Waldreiche Abschnitte wechseln sich ab mit hellen Lichtungen. - © Dirk Zimmermann

Welche Ratschläge würden Sie Ihren Landsleuten geben, die Urlaub in Europa machen?
Ich glaube, die meisten Urlauber aus Kanada und den USA wollen bei einer Reise nach Europa lediglich die großen Städte und ihre Sehenswürdigkeiten sehen. Aber auch die ländlichen Gegenden haben einiges zu bieten und sind sehr vielfältig. Ein Urlaub sollte nicht nur aus Sightseeing bestehen, sondern einem auch die Möglichkeit geben, die Menschen die hier leben besser kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Das ist im Sauerland möglich. Arnsberg z.B. ist viel ruhiger als Köln oder Dortmund, aber dafür der ideale Ort um zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen.

Was haben Sie sich für Ihren nächsten Besuch im Sauerland vorgenommen? Gibt es bereits Pläne?
Ich würde gern einmal den Rothaarsteig vom Startpunkt in Brilon bis zu seinem Ende in Dillenburg erwandern. Das wäre auf jeden Fall ein Grund ein weiteres Mal ins Sauerland zu kommen.

Vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führte Rouven Soyka