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Brenscheider Ölmühle

Die Ölmühle, ein eingeschossiger Bau aus Bruchsteinmauerwerk, steht im oberen Nahmertal südlich von Hagen-Hohenlimburg an der Einmündung des Brenscheider Baches in den Nahmerbach. Sie wurde 1845 von Johann Diedrich vom Hagen erbaut, der sechs Jahre zuvor auch die in der Nähe gelegene Kornmühle gekauft hatte. Zu jener Zeit wurde von den Landwirten noch in größeren Mengen Raps angebaut.

Die Aufgabe der Ölmühle bestand darin, Raps zu Öl zu verarbeiten, das sowohl als Nahrungszusatz als auch zur Lichtversorgung diente. Der angelieferte Raps gelangte zunächst in den sog. 'Kollergang', ein rundes Holzbecken, in dem zwei senkrecht stehende Mahlsteine liefen und den Raps zu Brei zerquetschten. Dieser Brei wurde in einer Pfanne, die auf einem Kanonenofen stand, erhitzt, in Leinenbeutel abgefüllt und in die Ölpresse gelegt, d.h. zwischen zwei Bretter innerhalb eines ausgehöhlten Baumstammes. An der Außenseite von jedem Brett wurden Keile angesetzt, auf die zwei schwere Holzklötze - die sog. 'Stampfer' - abwechselnd herunterschlugen. Hierdurch wurde ein hoher Druck erzeugt und das Öl ausgepreßt. Es lief durch ein kleines Loch im Boden aus und wurde in einem Behälter gesammelt. Sowohl der Kollergang als auch die Stampfer wurden dabei durch ein oberschlächtiges Wasserrad angetrieben.

Im Jahr 1845 gebaut, war die Ölmühle war insgesamt nur 78 Jahre in Betrieb. Um die Jahrhundertwende wuchsen die neuerstandenen Ölfabriken zu einer ernsthaften Konkurrenz heran, was zur Folge hatte, daß die Bauern in zunehmendem Maße das Öl direkt beim Kaufmann holten und die Mühle schließlich stillgelegt werden mußte. Während des Ersten Weltkrieges wurde sie allerdings noch einmal in Betrieb genommen: In den Jahren ab 1916 war von den Bauern wieder vermehrt Raps angebaut worden, da Krieg und Mißernten zu Hungersnöten geführt hatten. Nach der Aufhebung der Lebensmittelrationierung und der Währungsreform von 1923 wurde die Ölmühle dann endgültig stillgelegt und begann zu zerfallen.

Auf diesen Zustand machte als erster der Hagener Wilhelm Claas aufmerksam, der als Dozent in der Staatsbauschule Essen wirkte und die Mühle untersuchen und vermessen ließ. Sein Bericht war Anlaß für die ersten lnstandsetzungsarbeiten, die in den 1950er Jahren auf private Initiative hin durchgeführt wurden. Unterstützt wurden die Maßnahmen von der Hohenlimburger Industrie und vom Kreis Altena, in dessen Besitz die Ölmühle 1958 gelangte. Seit 1982 steht die Mühle unter Denkmalschutz und wurde im Laufe der 1980er Jahre mit Hilfe der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde und des Märkischen Kreises vollständig renoviert.

Seit einigen Jahren erfüllen ehrenamtliche Bäcker die alte Backstube in der benachbarten Kornmühle mit Leben. Sie veranstalten von Mai bis Oktober an jedem 1. Samstag im Monat ab 6 Uhr Backtage. Wer eines der beliebten Brote ergattern möchte, sollte früh aufstehen; Vorbestellungen sind nicht möglich. Backvorführungen und Besichtigung der Kornmühle, Tel.: (02352) 29 04

Rund um die Mühlen werden fünf landschaftlich reizvolle - für den Lehrunterricht geeignete - Themen-Wanderwege angeboten: * Forellenweg (20 min.) * Eulenweg (60 min) * Wildschweinweg (90 min.) * Fuchsweg (120 min.) * Genießerweg (Tagestouren mit Einkehrempfehlungen)

Außenbesichtigung jederzeit, Führungen können über Frau Anni Rehnert, Tel. 02352 1438 gebucht werden.

Die Ölmühle ist im Eigentum des Märkischen Kreises.

frei zugänglich / immer geöffnet

Karte

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