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Wald im Klimastress

Umfangreiche Waldarbeiten und erhöhte Aufmerksamkeit der Waldbesucher erforderlich

Der Wald ist für erholungssuchende Bürger und Gäste im Sauerland und Siegen-Wittgenstein  ein Sehnsuchts- und Erholungsort, für die heimischen Waldbesitzer ihre Lebensgrundlage. Für alle zusammen ist er in der aktuellen Krise vor allem ein Schützling, für den sie sich gemeinsam stark machen. Sauerland-Tourismus, die Naturparke, der Sauerländische Gebirgsverein (SGV), der Touristikverband Siegerland-Wittgenstein (TVSW) und der Waldbauernverband NRW appellieren an alle, denen der Wald am Herzen liegt, Verständnis dafür zu haben, dass das Walderlebnis in der aktuellen Situation von umfangreichen Waldarbeiten begleitet werden kann, aber auch besondere Aufmerksamkeit erfordert.

Sturm, Hitze, Trockenheit und Schädlinge haben landesweit die Waldbestände geschwächt. Alle Baumarten sind betroffen, vor allem Fichten und Buchen. Insgesamt sind bei der Fichte in Nordrhein-Westfalen 18,7 Mio. Festmeter Schadholz aufgrund von Sturm und Käferbefall in den Jahren 2018 und 2019 zu verzeichnen. Bei der Buche haben Trockenheit und Hitze landesweit zu ca. 620.000 Festmeter Schadholz geführt. Um die Borkenkäferproblematik mit Blick auf die kommenden Jahre einzudämmen, sind die Waldbesitzer jetzt gefordert, forstschutzrelevante Fichten zu entnehmen bzw. die Käferbrut unschädlich zu machen. 

„Unsere Region ohne Walderlebnis will man sich gar nicht vorstellen“, stellen Thomas Weber, Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus, und Christian Schmidt, Geschäftsführer des SGV, fest. „Für Wanderer, Radfahrer, Ausflugsgäste, aber auch für die, die einfach nur neue Energie in der Natur tanken wollen, ist der Wald mehr als ‚nur‘ eine Kulisse – er ist Erlebnisort und Inspirationsraum“. Zugleich ist er aber einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Region und der Klimaretter schlechthin. Derzeit finden viele Waldarbeiten statt: Bäume werden geerntet und gerückt, am Wegesrand gelagert, aufgeladen und abtransportiert. Diese Situation kann in Ausnahmefällen dazu führen, dass einzelne Wege und Waldbereiche temporär gesperrt werden müssen. Generell dürfen Holzeinschlags- und -aufarbeitungsbereiche vorübergehend nicht betreten werden, da der Aufenthalt im Umfeld dieser Arbeiten lebensgefährlich sein kann.

Die Bewältigung der Extremwetterfolgen stellt für die Waldbesitzer eine Mammutaufgabe dar, die jeder, der den Wald betritt, mitbekommen wird. Die geschwächten und toten Bäume bedeuten nicht nur ein wirtschaftliches Desaster für die Waldbauern, sondern können zu Gefahrenstellen für Wanderer und Radfahrer führen. Mit Astabbrüchen oder umstürzenden Bäumen muss jederzeit gerechnet werden. Hierbei handelt es sich um sogenannte waldtypische Gefahren, zu denen auch Unebenheiten auf Waldwegen zählen. Die Betretung des Waldes erfolgt auf eigene Gefahr.  

Die Waldbesitzer sind darum bemüht, die notwendigen Arbeiten im Wald zupackend und zügig anzugehen. Doch es ist klar, dass die Arbeiten nicht in kurzer Zeit bewältigt sein werden. Die Räumung und Wiederaufforstung der geschädigten Waldbestände wird noch lange Zeit in Anspruch nehmen.

Schwere Maschinen bewegen sich durch den Wald und queren auch die beliebten Freizeitrouten. Auch kann es vorkommen, dass Wander- und Radwege von schwerem Gerät zerfahren werden und dass dadurch vorübergehend Markierungen oder Wegweiser fehlen können – für die Freizeitbesucher ein verständliches Ärgernis, jedoch in der aktuellen Lage unvermeidbar. Die Wegemarkierer werden im nächsten Frühjahr umfassende Nachmarkierungen umsetzen.

„Wir möchten bei den Menschen, die den Wald besuchen, dafür werben, die Situation in den Wäldern zu verstehen und zu akzeptieren. Bitte seien Sie aufmerksam beim Waldspaziergang und nehmen Sie aktuelle Hinweise zu Waldarbeiten und Sperrungen ernst“, appellieren Bernd Fuhrmann, Vorsitzender des Naturpark Sauerland-Rothaargebirge und Vorsitzender des Marketing-Ausschusses des TVSW sowie Ferdinand Funke, 1. Stellv. Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW, an Bevölkerung und Gäste.

Die Partnerverbände bemühen sich nach Kräften, möglichst zeitnah auf ihren Internetseiten über Sperrungen von Waldgebieten und Wegen zu informieren. Wandernde und Rad fahrende Gäste werden zudem gebeten, sich tagesaktuell bei ihren Gastgebern und den Tourist-Informationen über die aktuelle Lage zu erkundigen. Mitunter kommt es aber zu sehr kurzfristigen Einschränkungen. Die Partnerverbände bitten Waldbesucher daher um Verständnis, wenn ihnen dieser Fall bei ihren Ausflügen begegnet.

Gehen Sie mit wachen Augen durch den Wald und genießen Sie die Natur und die Einzigartigkeit unseres Waldes.