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Vereinter Sauerland-Grips für attraktive und lebenswerte Region

Sechs große, touristische Projekte vernetzen sich so intensiv wie nie zuvor

„Das Sauerland neu zu denken – dieses Ziel haben wir in jüngster Vergangenheit immer wieder formuliert. Gemeinsam mit wichtigen Partnern schmeißen wir nun den vereinten Sauerland-Grips an, um die Meilensteine auf dem Weg zu diesem Ziel zu erreichen“, fasst Thomas Weber, Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus, die beispielhafte Vernetzung bildlich zusammen, die derzeit auf regionaler Ebene stattfindet. Noch nie waren so viele große touristische Zukunftsprojekte gleichzeitig am Start wie jetzt – und nie zuvor hatte der Grad der Zusammenarbeit ein solch intensives Niveau erreicht. 
   
Bis Mitte 2019 entwickeln unterschiedliche Träger im Sauerland sechs eigenständige Projekte in den Themenbereichen Gesundheit, Wandern und Spiritualität sowie Naturerlebnis. Auch die seit 2012 etablierte Sauerland-GastgeberWerkstatt wird jetzt fortgesetzt. All diese Projekte haben zum Ziel, kleinere und mittlere Betriebe vorrangig aus dem Gastgewerbe und der Tourismuswirtschaft durch Beratung, Coachings und Workshops zu unterstützen. Die Projekte sind zuvor siegreich aus dem Förderwettbewerb „Erlebnis.NRW“ des Landes Nordrhein-Westfalen hervorgegangen und werden über das Land und das europäische Programm EFRE gefördert. Insgesamt werden damit mehr als eine Million Euro zusätzlich in touristische Projekte im Sauerland investiert. Das Besondere daran: Dank gemeinsamer Abstimmung unter dem Dach des Sauerland-Tourismus wird sichergestellt, dass die Projektmittel optimal eingesetzt werden. Doppelarbeiten werden vermieden, dafür im Verbund neue, innovative Lösungen für die Region entwickelt. Partner aus der Tourismus- und Gesundheitswirtschaft, Verbänden, den Naturparken, Natur- und Umweltschutz, Kommunen und ehrenamtlich Tätige sitzen gemeinsam am Planungstisch und krempeln vereint die Ärmel hoch. 

„Das Denken in Routen und Netzwerken prägt unsere touristische Arbeit schon seit Jahren – zusammen mit unseren Partnern heben wir es nun auf eine höhere Ebene“, erläutert Thomas Weber. So entsteht buchstäblich ein doppeltes Netz, mit Verknüpfungen zwischen Orten und Akteuren innerhalb der sechs Projekte und vor allem zwischen allen Beteiligten der ambitionierten Vorhaben. „Das klingt zugegeben sehr komplex – und ist es in gewisser Weise auch“, sagt Weber. „Darum kann man hier metaphorisch fast schon von einem Sauerland-Gehirn sprechen: Seine für verschiedene Handlungsgebiete zuständigen Areale sind über Synapsen verknüpft, schalten sich immer dann ein, wenn sie gebraucht werden, und steuern gemeinsam ein stimmiges Ganzes: das Sauerland neu zu begreifen, es noch anziehender und lebenswerter zu machen.“ 

Denn bei den EFRE-Projekten stehen zwei Prinzipien im Mittelpunkt: Maximaler Nutzen für die touristischen Gastgeber und Dienstleister im Sauerland sowie noch mehr Attraktivität für Gäste und Einheimische. Thomas Weber: „Die Projekte füllen das bereits entwickelte Bild vom neuen Sauerland mit noch mehr Leben und vereinen die Themen Tourismus und Lebensqualität. Was die Region touristisch attraktiv macht, steigert auch die Lebensqualität für die Sauerländerinnen und Sauerländer.“ 

Weber sieht die große Chance, die touristischen Betriebe im Sauerland einen weiteren Schritt nach vorn zu bringen und Potenziale in wichtigen Trendthemen – wie beispielsweise Gesundheit und Wohlbefinden – professionell zu nutzen. Eine erfolgreiche touristische Vermarktung des Sauerlandes gelinge nur mit attraktiven Produkten und Leistungen engagierter Gastgeber. Um daher „Beratungsangebote aus einem Guss“ anzubieten, haben die Träger der verschiedenen Projekte vereinbart, sich regelmäßig zu treffen und abzustimmen. Workshops und Schulungen werden beispielsweise zentral über die Sauerland-Tourismus Akademie kommuniziert. Sie sind namentlich ein zentraler Bestandteil aller sechs Projekte – die Know-how und Schlüsselkompetenzen zu den unterschiedlichen Arbeitsbereichen an die Basis tragen wollen: zu Betrieben und Touristikern, zu Freizeit- und Infoeinrichtungen, zu Naturschützern und zum Ehrenamt. 

Der Projektaufruf zur Nutzung der EFRE-Förderung erfolgte 2015, in der zweiten Jahreshälfte 2016 bewilligte das Land die Förderanträge. Ein Teil der Projekte zielt exklusiv auf das Sauerland, bei weiteren steht die Region als Partner neben anderen touristischen Regionen in NRW sowie dem touristischen Dachverband Tourismus.NRW.

Diese Projekte sind auf folgenden Arbeitsfeldern angesiedelt: 

Gesundheitstourismus
Das Projekt Gesundheitstourismus 4.0 ermutigt und fördert gesundheitstouristische Anbieter in ganz Nordrhein-Westfalen, sich für digitale Anwendungen und Dienstleistungen zu öffnen. Zielgruppe der Qualifizierungsangebote, die auf aktuell gewonnenen Erkenntnissen der Marktforschung beruhen, sind Betriebe des Gastgewerbes, Unternehmer und die Sauerland-Coaches. Sie alle können bis Mitte 2019 an Infoveranstaltungen, Workshops und Coachings teilnehmen. Der Sauerland-Tourismus bringt sich über sein besonderes Gelassenheitsmarketing ein, rückt es in den Fokus des sauerländischen Gesundheitstourismus und trägt so zur Energiewende bei vielen Menschen auf eine ganz eigene Sauerländer Art bei. Innerhalb des Projektes geht es auch um das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), mit dem Ziel, Unternehmen aus Südwestfalen mit den Gesundheitsangeboten aus dem Sauerland zusammen zu bringen. Hier wird also ein spezifisches BGM auf Sauerland-Art entwickelt. Darüber hinaus werden die Angebote der  Sauerland-Coaches weiter verfeinert. Diese sollen die Sympathieträger für einen Gesundheitsurlaub in der Region sein (ähnlich den Rangern für das Angebot Wandern) und den individuellen Nutzen gut erklären. Schließlich sind sie Fachleute und haben gelernt, die Landschaft und ihre Komponenten in die Angebote zur Lebenshilfe mit einzubeziehen.
 
Das Projekt Gesundheitslabor hat mit „Kurorte neu profiliert“ bereits einen Vorgänger. Es geht darum, ausgewählte Heilbäder und Kurorte im Sauerland und Siegen-Wittgenstein weiterzuentwickeln und zu profilieren. Mit dabei sind Bad Berleburg, Bad Laasphe, Bad Sassendorf, Brilon, Olsberg, Schmallenberg und Winterberg. Das Projekt fußt auf einer aktuellen Bestandsaufnahme. Zwei Handlungsfelder stehen im Mittelpunkt: die jeweilige Infrastruktur zu verbessern und die Akteure in Netzwerken zusammenzuschließen. Eine attraktivere Infrastruktur hilft, mehr Gäste in die Orte zu bringen, ihre Aufenthaltsdauer zu verlängern und letztlich mehr Umsatz in den Betrieben zu generieren. Die Bildung von Netzwerken ist ein bewährtes Mittel, um im Schulterschluss gemeinsame Ziele erfolgreich zu erreichen – beispielsweise bei Gästebetreuung, Angebotsentwicklung oder Vermarktung. Heilbäder und Kurorte können sich dabei als Gesundheitszentren im ländlichen Raum profilieren – eine wichtige Perspektive sowohl für Gäste als auch für die heimische Bevölkerung, die von einer verbesserten gesundheitlichen Versorgung profitiert. Zielgruppe der Projekte im „Gesundheitslabor“ sind Fachkräfte, die im Tourismus oder der Gesundheitswirtschaft arbeiten. Sie können an Infoveranstaltungen und Workshops teilnehmen.
 
Gesundheitstourismus ist ein großes Querschnittsthema, das ohne gute Partner in den Aktiv- und Naturangeboten aber auch insbesondere ohne herausragende Sauerländer Gastgeber nicht funktionieren kann. Und hier sind auch schon die Schnittstellen zu den anderen Projekten zu finden. Basis guter gesundheitstouristischer Angebote sind die Hoteliers, die dem Gast eine „Heimat auf Zeit“ bieten und bestmöglich die neuen Gesundheitsangebote auch selber leben.
 
Aktiv- und Naturtourismus
Das Projekt Sauerland-Inspiration ist an der Schnittstelle zwischen Gesundheits- und Aktivtourismus angesiedelt. Es soll Wanderer inspirieren, die sich Reduktion und Begegnung wünschen. Generell geht es darum, „kraftvolle Orte“ in der Region ausfindig zu machen und stärker als bislang zu inszenieren sowie die Wanderwege zu verbessern, die zu ihnen führen. Dieser besondere Blickwinkel findet sich auch in der Kommunikation wieder: „Storytelling“ spielt sowohl vor Ort als auch in der Vermarktung eine Rolle, weil es einzelne Angebote mit interessanten Geschichten verwebt. Für die Sauerland-Wanderdörfer ist geplant, ihr Netzwerk zu intensivieren. Wandern nicht nur als Bewegung in der Natur zu begreifen, sondern als wunderbares Mittel, das körperliche und vor allem auch seelische Wohlbefinden zu verbessern, trifft den Nerv der Zeit. Das macht auch die Vermarktung deutlich: in Vorbereitung sind Instrumente wie Bloggerwandern, Kurzfilme, die den Charakter der Angebote porträtieren, und eine Kampagne, bei der die Sauerland-Wanderdörfer im Mittelpunkt stehen.
 
„Heimat, Innovation, Kompetenz, Erlebnis“ – diese Worte stecken hinter der eingängigen Abkürzung HIKE. Und „Hike“ ist auch das Stichwort für ein neues wandertouristisches Projekt. Erfinder und Träger des Forums Qualitätswandern HIKE ist der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) in Arnsberg. Dieses Forum vernetzt die Tourismusakteure mit den ehrenamtlich Tätigen in Bezug auf die Qualitätsentwicklung und Qualitätsverbesserung im Wandertourismus. Die beiden genannten Gruppen haben sich zwar in den vergangenen Jahren immer mehr angenähert, aber man hat eher selten gemeinsame Aktivitäten entwickelt, da Erwartungen von Hauptamt und Ehrenamt teilweise sehr unterschiedlich sind. In gemeinsamen Fachforen unter dem Titel „Ehrenamt trifft Tourismus“ möchten die Projektträger beide Gruppen an einen Tisch bringen und zum Meinungsaustausch bewegen. Die Grundlage für die ehrenamtlich Tätigen soll die Ausbildung zum Gästewanderführer sein, die durch touristische Inhalte erweitert wird. Die Tourismuswirtschaft benötigt zuverlässige und authentische Partner, die den Gästen und Einheimischen die Region auf besondere Art vorstellen. Was Wanderer – aber auch Menschen, die das Wandern noch nicht für sich entdeckt haben – wünschen, was sie erwarten und was sie anspricht, ist Gegenstand von Marktanalysen und Befragungen. Die Experten suchen weitere Nischen im Wandermarkt, der zuletzt beispielsweise Impulse durch das Gesundheitswandern oder das spirituelle Wandern erhielt. Wie dann aus erkannten Nischen für Wanderführer, Touristiker und das Gastgewerbe neue Marktchancen kreiert werden können, ist Thema von Workshops, Schulungen und Fachforen.
 
Um eine bessere Zusammenarbeit geht es auch beim Projekt Sehnsuchtsziel Natur, an dem sich unter anderem Sauerland-Tourismus, die Naturparke aus der Region sowie der SGV beteiligen. Die Projektpartner aus ganz Nordrhein-Westfalen wollen gemeinsam Gästen ihren Wunsch nach naturverträglichem Urlaub und Erholungspausen abseits der Ballungsräume erfüllen. Das Sauerland wird als bedeutende Naturregion bereits wahrgenommen. Jedoch möchten die heimischen Projektpartner erreichen, dass durch das Projekt – im Zusammenspiel von Tourismus und Naturschutz – zeitgemäße und professionelle Angebote entwickelt und aufgewertet werden. Es geht darum, die Sehnsüchte der Einheimischen und Gäste nach heiler Welt, unberührter Natur und einem Schuss Wildnis zu erfüllen. Infoveranstaltungen, Seminare und Coachings dazu richten sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tourist-Informationen und Betriebe des Gastgewerbes, an touristische Dienstleister, Sehenswürdigkeiten und Besucherattraktionen, an Freizeit- und Umweltbildungseinrichtungen, Natur- und Landschaftsführer.
 
Innovation und Gastgeber
Das Vorbild startet durch: Die landesweite NRW-Innovationswerkstatt wird in die bewährte Sauerland-GastgeberWerkstatt eingegliedert. Ging es bislang darum, das Gastgewerbe als Rückgrat des Tourismus mit Impulsen und Know-how für mehr Wettbewerbsfähige und eine klare Positionierung am Markt zu stärken, rückt nun das Zukunftsthema Innovation ins Rampenlicht. Bewährte Formate wie Infoveranstaltungen, Seminare, Workshops, aber auch Coachings und Fachexkursionen stehen auf dem Programm. Die Referenten konzentrieren sich auf Themen wie Qualität 4.0, Digitalisierung und Komfort für Alle. Wer als Gastgeber, Betrieb oder Tourist-Information die Zukunft meistern will, findet hier für sich und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was er sucht: Schlüsselkompetenzen und Werkzeuge, um Innovationen zu entwickeln, Gäste zu überraschen, und zu überzeugen und Produkte unwiderstehlich machen. Außerdem werden Innovationscoaches ausgebildet, die die touristischen Betriebe unterstützen.  
Da Weiterbildung und Beratung die Kernthemen sämtlicher Projekte sind, gilt es hier Transparenz auf Sauerland-Ebene zu schaffen: Welcher Akteur kann sich in welchem Workshop zu genau welchem Thema schlau machen? Darüber werden die Projektträger übergreifend in einem regional aufgesetzten Seminarplan informieren. „Damit betreiben wir quasi eine sauerlandweite Hirnkartierung, neudeutsch ‚brain mapping‘, wenn man so will“, führt Thomas Weber die Metapher vom Sauerland-Grips zu Ende. „Wichtig ist, dass es alle verstehen und sich motiviert einbringen.“
 
 
Ansprechpartner für die Presse:
Anna Galon, Sauerland-Tourismus e. V.,
Johannes-Hummel-Weg 1, 57392 Schmallenberg
Tel.: 02974-969830, E-Mail: presse@sauerland.com

Vereinter Sauerland-Grips

Sechs große, touristische Projekte vernetzen sich so intensiv wie nie zuvor, die Projektteilnehmer tauschen sich regelmäßig aus: (v.l.) Christian Schmidt (SGV), Thomas Weber und Dr. Jürgen Fischbach (Sauerland-Tourismus), Detlef Lins (Naturpark Sauerland-Rothaargebirge), Eckhard Henseling (Sauerland-Tourismus), Dirk Zimmermann (SGV), Almuth Hufnagel und Sabine Risse (Sauerland-Tourismus).

Es fehlt im Bild Hubertus Schmidt, Schmallenberg, für die Projekte Sauerland-Inspiration und Gesundheitslabor.

Fotograf
© Sauerland-Tourismus e.V. / Anna Galon
Größe
3543px x 2362px (3,00 MB)
zum Download
 PI_Vernetzter Sauerland-Grips  (pdf - 381,71 kB)