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Winter-Spektakulum auf Burg Altena

Winter-Spektakulum auf Burg Altena - oder: von Rittern und Schneeköniginnen

Beim Winter-Spektakulum wird die Burg in romantisches Licht getaucht.  - © Michelle Wolzenburg / Märkischer Kreis

Die Burg Altena, eine der schönsten Höhenburgen Deutschlands… Vor über 800 Jahren lebten hier die Grafen von der Mark, echte Ritter gingen – oder ritten – hier ein und aus. Vor 104 Jahren wurde in den alten Gemäuern die weltweit erste Jugendherberge eröffnet; seitdem wird die Burg von Kindern und Jugendlichen „belagert“, die in authentischer Mittelalter-Atmosphäre mehr über die Lebensgewohnheiten dieser Zeit erfahren können. Gelegenheiten dazu bieten sich auch reichlich, zieht sich doch durch einen großen Teil der Burg heute ein Museum, das Exponate aus den unterschiedlichsten Themenbereichen der damaligen Welt zeigt. Auch ich gehörte zu diesen Kindern, als ich in der 2. Klasse zu meiner allerersten Klassenfahrt überhaupt aufbrach – damals noch mit einer gehörigen Portion Heimweh. Ich hatte wohl noch nicht verstanden, dass Altena auch zu meiner Heimat, dem Sauerland, gehört. Das ist inzwischen 24 Jahre her - dringend Zeit also, meine Erinnerungen wieder aufzufrischen. Noch dazu, wenn mich dort außer Rittern auch noch ganz andere zauberhafte Wesen begrüßen. So geschehen beim Winter-Spektakulum, einem weihnachtlichen Mittelaltermarkt oder einem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt, ganz wie man mag…

Blick auf die Jugendherberge in Burg Altena. - © Steffi Funke / Zauberhaftes Sauerland
Der Weg hoch zur Burg Altena. - © Steffi Funke / Zauberhaftes Sauerland

Altena

Ankunft an der Lennepromenade. Staunen. Großzügig, modern und städtisch – so erscheint die neue Flaniermeile, von der aus man einen wunderbaren Ausblick auf die Lenne und die sich den Berg hinaufschlängelnden Häuser hat. Und eben auf die Burg. Denn die thront aus ehemals strategischen Gründen hoch oben auf einem emporragenden Felsen des Klusenberges über den Dächern der Stadt.

Kaum habe ich mich von diesem majestätischen Anblick gelöst, steht eine ganz bodenständige Entscheidung an: Wie komme ich da hoch? Ich entschließe mich hier nicht für den 2014 eröffneten Erlebnisaufzug, der den Besucher in 35 Sekunden direkt in die Burg bringt, sondern mache mich ganz mittelalterlich „per pedes“ (falls man das Wort nicht kennt, einfach an Pediküre oder Pedale denken…) auf den Weg. Obwohl der Aufstieg deutlich länger als eine halbe Minute dauerte, war er doch aufgrund der charmanten, verwinkelten Gassen und der immer atemberaubender anmutenden Aussicht sehr kurzweilig.

Reges Treiben beim Winter-Spektakulum in mittelalterlicher Kulisse. - © Sebastian Sendlak / Märkischer Kreis

Atmosphäre

Vom Eingangstor führt der Weg weiter steil nach oben in den unteren Burghof. Unmittelbar beschleicht mich das Gefühl, die Burg hätte mich mit ihren dicken, umschließenden Mauern ganz einfach verschluckt und in eine andere Welt katapultiert. Es riecht plötzlich ganz anders, irgendwie nach Weihnachten, aber auch nach ganz anderen unbekannten Köstlichkeiten. Die ertönenden Melodien entstammen Dudelsack, Laute, Harfe, Flöte und Schalmei – klingt ganz zauberhaft. Und auch das Auge weiß vor allerhand märchenhafter Gestalten und stimmungsvoller Lichter gar nicht, wohin es als erstes schauen soll.

Und auch der Weihnachtsmark-Aspekt des Winter-Spektakulums kam trotz 10 Grad Außentemperatur nicht zu kurz. Im oberen Burghof schnitzte ein Eiskünstler Skulpturen, Tannenbäume säumten den Weg, handgefertigte Produkte wurden angeboten und neben mittelalterlichen Getränken schmeckte auch der Glühwein sehr gut.

Das mittelalterliche Scriptorium im Museum der Burg Altena. - © Steffi Funke / Zauberhaftes Sauerland
Exponate der aktuellen Sonderausstellung "Rauf aufs Rad". - © Steffi Funke / Zauberhaftes Sauerland

Da ich aber noch in Erinnerung hatte, dass das Museum rund um den Burghof auch sehr beeindruckend ist und es während der Veranstaltung ebenfalls geöffnet war, schlüpfte ich kurzerhand durch die schwere Holztür. Im Unterschied zum regen Treiben im Hof der Burg war es hier etwas ruhiger, was die Burgatmosphäre noch authentischer machte. Wenn ich jetzt erzählen würde, dass ich mich manchmal fast schon ein bisschen gegruselt habe, weil ich hinter jeder Ecke einen echten Ritter vermutete, wäre das wohl peinlich… Also, was gibt´s zu sehen? Authentische Gegenstände aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen der mittelalterlichen Welt. Natürlich alles im Zusammenhang mit Altena, der Burg und den Grafen von der Mark.

Mein absolutes Highlight war ein Raum, in dem allerhand mittelalterliche Sprichwörter am Objekt erklärt werden. Unglaublich, wie viele wir davon heute noch nutzen! Jeweils wechselnde Sonderausstellungen liefern darüber hinaus Eindrücke zur jüngeren Vergangenheit. Bis Mai läuft beispielsweise noch die Ausstellung „Rauf aufs Rad! Von der Laufmaschine zum E-Bike“. Trotz der interessanten Exponate ist es aber auch hier wieder die Atmosphäre, die besonders beeindruckend ist. Die verwinkelte Bauweise führt in den Turm, weiter auf den Außenbalkon und macht fast schon den Eindruck, als würde man durch Geheimgänge laufen. In jedem Fall einen Besuch wert, auch wenn gerade kein Winter-Spektakulum herrscht!

Bruder Goswin im Scriptorium. - © Steffi Funke / Zauberhaftes Sauerland

Akteure

Das Wort „Spectaculum“ entstammt der wichtigsten Sprache des Mittelalters – Latein – und bedeutet „Schauspiel“. Und genau das ist es auch, was dem Besucher geboten wird. Die Akteure sehen nämlich nicht nur so aus, als würden sie in eine ganz andere Zeit gehören, sie verhalten sich auch so. Bruder Goswin, der mich im eigens für das Winter-Spektakulum eingerichteten „Scriptorium“ begrüßte, schrieb meinen Weihnachts-Wunschzettel (und allerhand andere originelle Schriftstücke in wohlgeformten Worten) in alten Lettern mit der Feder nieder. Dazu schenkte er mir sogar einen Tannenzweig, damit die Rentiere des Weihnachtsmannes die kleine Schriftrolle auch finden, wenn ich sie am Abend des 5. Dezember nach draußen lege…

Nicht ganz so geduldig wie Bruder Goswin war die Schneekönigin, die wunderschön aussah, aber trotz ihrer hohen Stelzen ganz schön schnell unterwegs war… Als sie dann aber von „Chapeau Claque Rouge“ zum Tanz auf dem Burghof aufgefordert wurde, konnte ich sie in all ihrer Pracht bestaunen.

Fazit: Ein einzigartiges Ereignis in einzigartiger Kulisse!

PS: Den Rückweg trat ich exakt so an, wie ich hergekommen war. Dabei machte ich noch eine wichtige Erkenntnis: Es war gar nicht nur die Aussicht, die mir den Atem geraubt hatte…

Steffi Funke

Aktuelle Infos zur Burg Altena Hier gehts zum Blog "Zauberhaftes Sauerland"