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Sauerländer Wildnis und regionaler Hochgenuss

Eine Wanderung über den Kyrill-Pfad und entlang des Rothaarsteigs zu den Waldskulpturen mit anschließender kulinarischer Erfahrung

Kyrill-Pfad nahe Schanze. Wilde Waldfläche mit Wanderpfad. - © Rothaarsteigverein e.V.

Los geht es im Ferienort Schanze mitten in der idyllischen Sauerländer Bergwelt. Während sich der Nebel am Horizont verzieht, starten wir in Richtung Rothaarsteig. Entlang der gepflegten Häuschen des Ortes geht es bergauf zum Eingang des Kyrill-Pfades. Dort beginnt die Wildnis der Natur hinter einem Holztorbogen. Auf einer Fläche von etwa drei Hektar erstreckt sich das naturbelassene Areal. Nachdem der Orkan „Kyrill“ durch die Waldfläche gezogen ist, wurde das Gebiet größtenteils so belassen, wie es damals war. Zwar wurden viele Bäume entnommen, doch man kann noch viele Wurzelstämme entlang des Pfades betrachten. Über Stock und Stein, sowie hölzerne Brücken führt ein zwei Kilometer langer Weg durch die sturmgeschädigte Ebene. Wild romantisch liegt die Sturmwurffläche neben der Strecke und der Betrachter gerät in eine Zerrissenheit zwischen Melancholie und Begeisterung. Während das tragische Ausmaß des Orkans direkt zu Füßen liegt, lässt die neue Pflanzenvielfalt die Herzen höher schlagen.

"Kein leichtes Spiel"-Skulptur mitten im tiefgrünen Wald. - © Schmallenberger Sauerland Tourismus

Nachdem der Kyrill-Pfad bewältigt ist, geht es über den Rothaarsteig weiter durch den Wald Richtung Wittgensteiner Land. Violetter Fingerhut säumt den Wegesrand und wilder Faun biegt sich anmutig über die Pfadbegrenzung. Über leichte Hügel zieht sich der Weg durch die Landschaft. Erster Halt ist die Waldskulptur „Kein leichtes Spiel“ von Angsar Nierhoff inmitten der hohen Bäume. Die Stahlskulptur besteht aus mehreren Elementen die eine Gesamtkomposition bilden. Eine kleine Anzahl von Toren und Verschlussplatten öffnet sich in verschiedene Richtungen und ermöglicht unterschiedliche Perspektiven in den Landschaftsraum.

Viel Raum nimmt auch die Skulptur „Stein-Zeit-Mensch“ inmitten des Sauerländer Waldes ein. Fast wie ein Tempel wirkt das Gebilde des Künstlers Nils-Udo, bei der Betrachtung der massiven Baumstämme, die den gewichtigen Monolithen umrahmen. Um die Stille dieses Ortes zu fassen, braucht es einen Moment des Verweilens. Entweder auf der Waldwiese oder auf dem schwungvollen Wald-Sofa gegenüber lässt es sich gemütlich sitzen. Im Moment der Ruhe kann so die Botschaft des Kunstwerkes, die Vergänglichkeit, stärker ihre Wirkung entfalten und vom Betrachter verinnerlicht werden.

Hängebrücke nahe Schanze-Kühhude mitten im Wald. - © Sauerland-Tourismus e.V./Georg Hennecke

Der menschlichen Vergänglichkeit wird man auch wieder bewusst, wenn man einen kleinen Abstecher zur Hängebrücke unweit der „Stein-Zeit-Mensch“-Skulptur macht. Einen kleinen, mit Wurzeln übersäten, Pfad geht es hinunter ins Tal. Wagt man sich alleine auf die hölzerne Brücke ist das Erlebnis eher idyllisch als abenteuerlich. Sobald aber mehrere Personen über die Hängebrücke laufen, wird es durch die wilden Schwankungen zu einem kleinen Nervenkitzel-Ereignis. Am Ende der Brücke kann man das Netz von Waltieren, dargestellt auf Holztafeln, unterhalb der Baumkronen betrachten. Hinter der Hängebrücke liegt auch der Wendepunkt unserer Tour. Vorbei an einem Insektenhotel geht es den Berg hinauf, zurück zum Rothaarsteig.

Krummstab - Kunstobjekt mitten im Sauerländer Wald. - © Sauerland-Tourismus e.V./Rouven Soyka

Auf dem Rückweg zum Parkplatz in Schanze laufen wir noch an einer weiteren Waldskulptur vorbei. „Der Krummstab“ biegt sich mit seiner goldenen Schnecke direkt über den Wanderweg. Das Kunstwerk von Heinrich Brummack ziert ein Martin Luther Zitat: „EINE ALLZU GROßE MACHT STUERZT DURCH IHRE EIGENE MASSE“. Weithin sichtbar thront „Der Krummstab“ auf einer kleinen Anhöhe direkt neben dem Kyrill-Gelände. Wer also nur den Kyrill-Pfad laufen möchte, kann gleichzeitig auch dieses imposante Kunstwerk besuchen ohne große Umwege laufen zu müssen.

Nach der Wanderung geht es zur Mittagszeit in das bezaubernde Schmallenberg. Mit seiner konsequent-einheitlichen Baukultur ist der Ort von Fachwerk und Schiefer geprägt. Im grau-weißen Kleid steht auch das „Störmann“ mitten im Zentrum. Das 4-Sterne-Hotel bietet mit der „Bauernstube“ ein exzellentes Restaurant im urig-eleganten Chaletstil. Typisch sauerländisch bleiben auch die Gerichte auf der Menükarte bodenständig. Die servierten Speisen lassen optisch wie auch geschmacklich kaum Wünsche offen. Auch der zuvorkommende Service unterstreicht den hervorragenden Eindruck des Hauses.

Senfsorten - © Riffelmanns Manufaktur GmbH / Martin Riffelmann

Auch die letzte Station des Tages fällt in die Kategorie „Kulinarik“. Zur Führung in der Senfmanufaktur „Riffelmanns“ trifft man sich in einer Wohngegend. Im kleinen Örtchen Gleidorf wird seit einigen Jahren ein besonderes regionales Produkt hergestellt: Riffelmanns Senf. Auf einem gartenartigen Areal steht ein kleines weißes Häuschen, das früher einmal ein Bienenhaus, also ein Unterschlupf für Bienenvölker war. Dort erfährt man von Eigentümer Martin Riffelmann allerlei Wissenswertes zur Senfproduktion. Gerade mal 20 Quadratmeter hat diese Manufaktur und ist damit wohl die kleinste in Deutschland. Mit der speziell angefertigten Senfmühle wird in hingebungsvoller Handarbeit der geschmackvolle Riffelmanns Senf hergestellt. Derzeit gibt es sechs Sorten, die alle klangvolle Namen haben wie beispielsweise „Süße Sauerländerin“.

Hier geht es zur Internetseite des WaldSkulpturenWegs. Hier geht es zur Internetseite der Senfmanufaktur Riffelmann.