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Ausbildung beim Sauerland-Tourismus

Eine ehemalige Auszubildende erzählt über ihre Lehre beim Sauerland-Tourismus.

"So groß ist das Sauerland!" Annika Lutter zu Beginn ihrer Ausbildung. - © Sauerland-Tourismus/Nadja Reh

„Wenn ich mein Abi hab, bin ich weg!“
Viele meiner damaligen Schulkollegen konnten es kaum abwarten, dem Sauerland den Rücken zu kehren und sich ins pulsierende Großstadtleben zu stürzen.
Mein Weg war ein anderer: Ich entschied mich, vorerst in meinem 250-Seelen Nest zu bleiben, begann eine Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit beim Sauerland-Tourismus – und habe es nicht bereut!

Business im Grünen - gehört im Sauerland auch dazu. - © Sauerland-Tourismus/Anna Galon

Kauffrau für Tourismus und Freizeit – Was ist das eigentlich?
Bei Freunden und Familie kam es dabei oft zu Verwirrungen. „Ach dann sitzt du im Reisebüro!?“ Regelmäßig kommt dann meine Standarderklärung zum Einsatz: „Ich schicke die Leute nicht weg, ich hole sie zu uns hin!“ Und tatsächlich blicke ich immer wieder in überraschte und beeindruckte Gesichter, wenn ich von der Angebotsvielfalt und Attraktivität des Sauerlandes erzähle. Besonders weil die Ausbildung so extrem vielseitig ist, ist es schwer, auf den Punkt zu bringen, was genau Kaufleute für Tourismus und Freizeit eigentlich so machen. Kein Tag ist genau wie der andere und auch die Arbeit in den unterschiedlichen Ausbildungsbetrieben unterscheidet sich stark voneinander, denn ausgebildet wird z.B. von Freizeitparks, Naturparken, Freizeit- und Sportveranstaltern oder Stadtmarketingagenturen. Fragt man Google, so handelt das Berufsbild davon, „touristische und freizeitwirtschaftliche Produkte zu entwickeln und zu vermarkten“.

Abwechslungsreicher Berufsalltag

In der Praxis geht es beim Sauerland-Tourismus zum Beispiel darum, den regionalen Tourismus zu fördern und das gestaltete meinen Berufsalltag extrem bunt: So durchlief ich während der letzten drei Jahre alle Abteilungen des Vereins, erlernte grundlegende kaufmännische Tätigkeiten in Sekretariat und Buchhaltung, arbeitete bei der Erstellung neuer Printprodukte mit, lernte von unserer Pressesprecherin, Pressemitteilungen zu verfassen und Bloggerreisen zu betreuen und war im Vertrieb für das Pflegen von Betriebsprofilen im Onlinebuchungssystem zuständig. Ein Dauerprojekt war beispielsweise die Pflege der Familienwebsite, für die ich verantwortlich war, und in der Gästeinformation in Schmallenberg beriet ich die unterschiedlichsten Menschen bezüglich aussichtsreicher Wandertouren, familienfreundlicher Radstrecken, Schlechtwetteralternativen und der Stadtrallye mit Willi Spürnase.

Annika am Counter auf der Messe ITB in Berlin. - © Sauerland-Tourismus/Nadja Reh
Annika unterstützt ihre Kollegin Elke Holzhüter auf der Messe RDA. - © Sauerland-Tourismus

Besuch der Berufsschule in Köln

Nicht selten ist Kreativität und Ideenreichtum gefragt und ein Gespür beim Umgang mit Menschen ist unerlässlich. Auch Offenheit und Flexibilität gelten als Muss, denn zum Job gehören oft auch Reisen: So durfte ich meine Kollegen als Aussteller auf viele verschiedene Messen begleiten und kenne das U-Bahn Netz Kölns nahezu auswendig, denn hier befindet sich die landesweit einzige Berufsschule für den Ausbildungsgang, das Alfred-Müller-Armack Berufskolleg.

Mini-Block-Unterricht im Rheinland, Semesterticket Fehlanzeige, Jugendherberge statt Studenten-WG, dafür ernte ich nicht selten mitleidige Blicke: „Alle zwei Wochen nach Köln gurken? Das ist aber anstrengend, oder?“ Meine ehrliche Antwort lautet: Oh ja, es ist auf jeden Fall anstrengend. Aber es lohnt sich trotzdem. Einerseits, weil es in der Natur des Berufsbildes zu liegen scheint, besonders offene und freundliche Menschen anzulocken, was bei unserer Klasse zu einer tollen Klassengemeinschaft geführt hat, andererseits aber auch, weil man dort wirklich etwas lernt, die Berufsschullehrer (tatsächlich) engagiert und die Unterrichtsfächer abwechslungsreich sind. Darüber hinaus gehört auch ein praktisches Abschlussprojekt dazu: In diesem Rahmen wurden z.B. schon Poetry Slams, Stadtjubiläen und Rockkonzerte organisiert und Pauschalen rundum Junggesellinnenabschiede und Bauernhofurlaube entwickelt.

Annika auf der Panorama Erlebnis Brücke in Winterberg. - © Sauerland-Tourismus/Nadja Reh

Ausbildung im Verbund

Wenn ihr euch für eine Ausbildung beim Sauerland-Tourismus entscheidet, wartet übrigens eine Besonderheit auf euch: Da innerhalb des Sauerland-Tourismus nicht alle Bereiche abgedeckt werden können, die das Berufsfeld erfordert, wird man quasi im Verbund ausgebildet. So werden in Bad Fredeburg zwar tolle Konzepte erarbeitet, um beispielsweise das Image der Region auszubauen, aber da ist eben keine Tourist-Info mit aktiver Gästebetreuung untergebracht. Damit man während seiner Ausbildung aber auch den Arbeitsalltag in einer TI kennenlernt, kooperiert der Verband mit verschiedenen Ortsstellen. Für einen bestimmten Zeitraum werden dann die Auszubildenden getauscht, also die aus den Tourist-Informationen wechseln zum Sauerland-Tourismus und anders herum. Diese Art der Ausbildung wird übrigens von der Europäischen Union – also über die Bezirksregierung Arnsberg – gefördert.

Annika genießt neben aller Arbeit auch die herrliche Natur im Sauerland. - © Sauerland-Tourismus/Annika Lutter

Ausbildung abgeschlossen...

Aber die Zeit verfliegt und ich bin jetzt am Ende meiner Ausbildungszeit angelangt: Seit Mitte des Jahres darf ich mich stolz „Kauffrau für Tourismus und Freizeit“ nennen und kann ehrlich behaupten, dass ich es immer wieder genauso gemacht hätte. Aus der Ausbildung nehme ich nicht nur berufliche Qualifikationen, sondern auch viele persönliche Erfahrungen mit, mit denen ich anfangs nie gerechnet hätte.

Und auch wenn mich mein Weg nach der Ausbildung zunächst für das Studium aus dem Land der tausend Berge heraus führen wird, bin ich mir sicher – Ich komme ganz bestimmt zurück!

Viele Grüße

eure Annika Lutter

Der Sauerland-Tourismus bildet auch im Jahr 2018 wieder aus! Zur Stellenausschreibung geht es hier.