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Bürgerhäuser- und Villenarchitektur in Lüdenscheid

Die Stadt Lüdenscheid kann sich glücklich schätzen, den Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört überstanden zu haben, denn die vielen, von der ästhetischen Architektur der Epoche des 19. Jh.s geprägten Bürger-, Wohnhäuser und Unternehmervillen sind somit noch erhalten geblieben. Schauen Sie beim Schlendern durch die Stadt bewusst hin und werfen Sie auch mal Blicke nach oben. In der Altstadt haben sogar noch die die schmalen, eng aneinander stehenden Bürgerhäuser aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1723 überdauert, auch hier lohnt es sich, durch die engen Gassen zu streifen und einen Kaffee auf dem Alten Marktplatz zu genießen.

Der Aufstieg von einer Ackerbürgerstadt“ zur Industriesiedlung: Bürgerhäuser und Villenarchitektur in Lüdenscheid ab 1800

Lüdenscheid präsentierte sich Anfang des 19. Jh. noch als eine von Ackerbau und Viehzucht beherrschte „Ackerbürgerstadt“, die sich seit dem großen Stadtbrand von 1723 weder grundlegend erholt noch grundlegend erneuert hatte. Dementsprechend beklagten preußische Beamte, darunter auch Oberpräsident Freiherr Ludwig von Vincke, bei ihren Besuchen der Stadt Lüdenscheid den Zustand der Straßen, den Schmutz und die Unordnung sowie die offensichtliche überalterte Bauart der Häuser.

Im Laufe des 19. Jh. wurden unter preußischen Einfluss Bauordnungen erlassen und Bebauungspläne erstellt, die das Erscheinungsbild der Stadt Lüdenscheid nachhaltig beeinflussten, wenn auch viele städtebauliche Ansätze aufgrund des schnellen Wachstums nicht wie geplant realisiert werden konnten. Denn mit der (erfolgreichen) Verlagerung des wirtschaftlichen Schwerpunktes hin zur metallverarbeitenden Gewerbe und der damit einhergehenden Ausbau der Verkehrswege für den Warentransport dehnte sich die Stadt in kürzester aus, neue Straßen und Wohngebiete mussten erschlossen werden

Die Zahl der typischen kleinen „Fabrikskes“, also der Produktionsstätten, die eng mit der Wohnstätte verbunden und im Keller, im Wohnhaus oder in einem Nebengebäude untergebracht und somit äußerlich kaum sichtbar waren, wuchs stetig weiter an. Eine Trennung von Wohnung und Arbeiten bestand hierbei nicht, die Fabrikationsstätten waren daher auch über die ganze Stadt, aber vor allem über das Innenstadtgebiet, verteilt. Erst ab Mitte der des 19. Jh. wurden am Rande der Kernstadt vermehrt größere Fabrikanlagen errichtet, die erst wieder in Wohnungsnähe rutschten, als sich die Stadt weiter ausdehnte.

In dieser Zeit entstanden die repräsentativen Bürger- und Wohnhäuser sowie Fabrikantenwohnhäuser, die geprägt waren von dem Zeitgeist des Klassizismus, Neurenaissance, des Historismus und Jugendstils - allerdings in einer architektonisch-künstlerisch etwas zurückhaltenden Ausprägung.

Viele dieser Bauwerke sind erhalten geblieben und sind heute noch zu bewundern. Das Stadtbild des Lüdenscheider Stadtkerns ist nach wie vor geprägt von den schönen Fassaden der Bürgerhäuser und Villen.

Literatur: Günter Spies, Stadtentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftsbürgerlichen Villenarchitektur in Lüdenscheid von 1800 bis 1918, in: Trox, Eckhard i. A. des Vereins für die Geschichte Preußens und der Grafschaft Mark e. V. (Hg.), Preußen und Wirt. Wirtschaft, Bürgertum und Alltag im südlichen Westfalen 1800 – 1918, Lüdenscheid 1998 (Katalog zur Ausstellung), S. 153 – 180

Eine Liste mit sehenswerten Baudenkmalen finden Sie auf der Homepage der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Lüdenscheid:

http://www.luedenscheid.de/luedenscheid_erleben/bildung_und_kultur/denkmaeler/sp_auto_408.php

Die Fotos zeigen ausgewählte öffentlich oder teilweise zugängliche Gebäude:

Corneliusstraße 44, ehemaliges Kaufhaus, jetzt Stadtbücherei

Alte Rathausstraße 3, ehemaliges Mietshaus, jetzt Sitz der VHS Lüdenscheid

Karussellplatz 1 (Inselhaus), Wohn- und Geschäftshaus

Sauerfelder Str. 14, Altes Amtshaus, jetzt Museum der Stadt Lüdenscheid

Neue Schützenhalle, Schützenplatz am Loh

Fotos: Mit freundlicher Genehmigung der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Lüdenscheid.

frei zugänglich / immer geöffnet

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