Schlemmen unter Tage

Das Grubenlight Dinner des Hoteliers Josef Nieder aus Bestwig lockt Genießer tief hinab in das Besucherbergwerk Ramsbeck

Wer am Grubenlight Dinner teilnimmt, sollte unbedingt auf seine Garderobe achten. Denn was einem hierbei so richtig den Abend vermiesen kann, ist die falsche Kleidung. Schließlich wird es tief unten im Stollen des Besucherbergwerkes Ramsbeck, wo das Menue serviert wird, nie wärmer als 14 Grad. Ganz gleich, zu welcher Jahreszeit man hinabfährt. Hat man sich jedoch angemessen eingepackt, verspricht der kulinarische Ausflug unter Tage einer von der unvergesslichen Sorte zu werden.
Das liegt zum einen an Josef Nieder. Der Besitzer und Koch des Hotel Nieder in Ostwig verwöhnt die Genießer in der Grube mit hausgemachten Spezialitäten. Der feine Knochenschinken gehört dazu, den er stilecht auf dem Schieferbrett serviert. Anschließend wird die Minihaxe im „Henkelmann“ gereicht – dem Geschirr des Bergmanns, der hier noch vor wenigen Jahrzehnten Tonnen von Roherz aus der Tiefe holte. Zum anderen schafft die Grube mit ihren tiefen Decken ein einzigartiges Ambiente. Kerzen und kleine Grubenlampen sorgen für romantische Beleuchtung, im Hintergrund läuft leise klassische Musik.

Im Ramsbecker Erzbergwerk mit seinen zehn Sohlen wurde mehr als 450 Jahre Roherz abgebaut. Mitte der 1970er Jahre wurde die Förderung eingestellt. Sie war nicht mehr wirtschaftlich. Heute können die ehemaligen Arbeitsstätten der Sauerländer Bergleute besichtigt werden. Dafür werden die Besucher zunächst in eine robuste Kluft gesteckt und vorschriftsmäßig behelmt. Danach fahren sie mit der Grubenbahn über eineinhalb Kilometer hinab in den Berg. Die Reise endet 300 Meter unterhalb der Erdoberfläche, wo die eigentliche Führung beginnt. Diese folgt schließlich den abenteuerlichen Wegen der Loren und des Erzes, und zeigt die widrigen Bedingungen bei der harten Arbeit unter Tage.