Der Gang ins Kloster liegt voll im Trend. Weil immer mehr Menschen sich nach Zeiten der Stille sehnen, der inneren Einkehr oder auch der Nähe zu Gott. Zumindest in Meschede führt dieser Weg passenderweise nach oben. Die Abtei Königsmünster liegt auf dem Klosterberg. Doch um hier beherbergt zu werden, muss man sich keinesfalls gleich für ein Leben als Mönch entscheiden. Wer kommt, kann ein paar Stunden bleiben, mehrere Tage oder gleich Wochen. Wie bei der Mehrzahl der christlichen Orden steht die Gastfreundlichkeit auch bei den Benediktinern von Königsmünster hoch im Kurs. In den rund 100 Betten der Abtei übernachten jedes Jahr circa 30.000 Besucher. Sie nächtigen in der „Arche“, der „Klausur“, im Gartenhaus, im „Haus der Stille“ oder im Jugendgästehaus „Oase“.
Die Gäste leben mit den 60 Patres und Brüdern, besuchen mit ihnen die Gottesdienste und gehen ihnen bei der täglichen Arbeit zur Hand. Getreu dem Benediktiner-Motto: „Ora et labora“ – bete und arbeite. Dafür bieten sich verschiedene Handwerksbetriebe wie die Kunstschmiede, die Weberei, die Schneiderei oder die Bäckerei an. Hier arbeiten Meister ihres Faches, die ihr Wissen teilen möchten.
Den traditionellen „Habit“, das Gewand der Benediktiner – eine „Kutte“ tragen die Franziskaner – muss sich der Klostergast jedoch nicht zulegen. „Die Kleidung muss schmutzig werden können“, sagt Pater Nikolaus Nonn. Schließlich packe man ja mit an. Das ist aber auch das einzige Kriterium an die Bekleidung der Besucher. Ferner gibt es eine Vielzahl von Seminaren und Kursen, wobei sich die 1928 gegründete Abtei keineswegs weltfremd präsentiert: Tai Chi- oder auch Karatekurse gehören genauso zum Angebot wie etwa „Meditation und Laufen“.
Im Herbst ist Hilfe in Königsmünster besonders gern gesehen. Dann nämlich wird gemostet. Den Weg in die klostereigene Mosterei finden die Äpfel der Abtei, die auf den umliegenden Feldern angebaut werden. Aber auch viele Sauerländer kommen nach Meschede, um ihre Früchte zu spenden. Ganz uneigennützig
ist dieser christliche Dienst jedoch nicht. Wer gibt, bekommt auch etwas zurück: nämlich den köstlichen Most von Königsmünster. Wer keine Gelegenheit hat, den frischgepressten Saft oder auch den Apfelwein gleich im Herbst zu probieren, kann ihn das ganze Jahr über im Klosterladen kaufen. Dieser ist übrigens der schönste seiner Art in ganz Deutschland. Beim „Klosterladen-Symposium 2007“ hat er sich gegen rund 40 Konkurrenten aus der ganzen Republik durchgesetzt und den „Klosterladen-Award“ gewonnen. Neben den Getränken aus der Mosterei gibt es hier zum Beispiel Kunsthandwerkliches, Leckeres aus der Klosterküche oder Regale voller Bücher. Einige von diesen helfen bei der Vorbereitung eines Klosteraufenthaltes: wie „Tage im Kloster“.
Pater Nikolaus Nonn hat es geschrieben, der seit Jahrzehnten in Königsmünster lebt.










