Sauerland-Magazin: Frau Kiriasis, Sie sind die wohl prominenteste Einwohnerin von Winterberg, wie häufig werden Sie auf der Straße angesprochen?
Sandra Kiriasis: Nach Olympia haben mich viele erkannt und mir auch gratuliert. Aber sonst werde ich nicht unbedingt häufig angesprochen. Beim Bäcker kennt man meinen Namen, aber damit bin ich dort nicht die einzige.
Ihr Geburtsort ist Dresden. Wie hat es Sie nach Winterberg verschlagen?
Nach der Wende war die Situation in Altenberg, wo ich herkam, schwierig. Hier in Winterberg gab es eine Bobbahn und einen Ausbildungsplatz für mich. Ich kam dann 1991 hierher und habe eine Lehre im Autohaus Hegel begonnen.
Wie gefällt Ihnen das Sauerland?
Sehr gut. Für mich ist es wichtig, dass es zu Weihnachten richtig Schnee gibt. Und nicht nur ein paar Krümel. Nein, ich meine so richtig Schnee. Ich kenne das so von früher und finde es toll, dass es hier genauso ist.
Haben Sie einen Lieblingsort im Sauerland?
Natürlich. Aber den verrate ich nicht. Es gibt hier wunderschöne Flecken, besonders zum Entspannen. Das sollen aber auch meine Flecken zum Entspannen bleiben. Was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie sich gerade nicht auf die Bob-Wettkämpfe vorbereiten?
Viele Leute denken ja, dass wir Wintersportler den ganzen Sommer frei haben (lacht). Aber in Wirklichkeit habe ich nicht einmal Zeit für richtige Hobbys. Zwar puzzle ich gerne oder lese mal ein Buch, aber die meiste Zeit muss ich mich doch um mein Gerät kümmern und trainieren.
Was trainiert eine Bob-Pilotin, wenn Sie nicht gerade durch den Eiskanal rauscht?
Die Schwerpunkte liegen auf Kraft- und Sprinttraining. Im Wettbewerb müssen wir am Start auf einer Strecke von 30 bis 40 Metern richtig Gas geben. Außerdem ist der Bob ein schweres Gerät, da braucht man Kraft.
Wandern Sie gerne?
Ich gehe gerne spazieren, weil die Landschaft hier wirklich schön ist. Aber eine lange Wanderung ist für eine Sportlerin, die auf kurzen Strecken schnell laufen muss, eher ungeeignet. Da werden meine Muskeln lahm.
Was macht die Bobbahn in Winterberg für Sie so besonders?
Bisher hatten wir immer Probleme mit der Witterung. War das Wetter schlecht, war auch die Bahn schlecht. Und umgekehrt. Jetzt wurde dieBahn aber umgebaut, wovon ich mir viel verspreche.
Und was genau versprechen Sie sich von der neuen Bahn?
Ich glaube, die Bahn wird schneller. Eine neue Kurve direkt hinter dem Start macht die Strecke zusätzlich interessanter. Auch wurden die Bereiche überdacht, die früher dem Wetter ausgeliefert waren, was die gesamte Bahn verbessert.
Sie sind Olympiasiegerin, Weltmeisterin, Weltcup-Gewinnerin, Europameisterin, Deutscher Meisterin. Welche sportlichen Ziele haben Sie noch?
Am Besten alles nochmal! (Lacht). Natürlich weiß ich, dass man nicht alles wiederholen kann, aber einen Teil davon möchte ich schon noch einmal schaffen.
Können Sie sich auch nach Ihrer sportlichen Karriere ein Leben im Sauerland vorstellen?
Ich gehe hier nicht mehr weg! Und mein Mann will auch bleiben. Es gefällt uns einfach zu gut. Außerdem haben wir uns hier gerade ein Haus gekauft.











