Bis ungefähr ins Jahr 500 n. Chr. bedeckte das Gebiet, das wir heute als Sauerland bezeichnen, ein dichter Urwald, überwiegend aus Laubbäumen. Die Buche dominierte den damaligen Baumbestand. Mit den ersten größeren Siedlungen in der Region, die etwa für die zweite Hälfte des achten Jahrhunderts n. Chr. nachweisbar sind, begann der Eingriff des Menschen in die Natur. Dieser sorgte schließlich dafür, dass das Sauerland rund 1.000 Jahre später nur noch zu einem Viertel bewaldet war. Und genau zu diesem Zeitpunkt begann die jüngere Geschichte des Sauerländer Waldes. „Vor dem 19. Jahrhundert gab es im Sauerland kaum Fichten“, erklärt Werner Schubert, der Leiter der Biologischen Station Hochsauerlandkreis in Bödefeld, „Erst in der Folge der Übernutzung der Landschaft durch den Menschen wurde hier mit der ‚Hessenbaum’-Aufforstung begonnen.“ Die Fichte galt als besonders anspruchslos und war deshalb gut für die strapazierten Böden geeignet.
In der Gegenwart bestehe der Sauerländische Wald zu 70 Prozent aus Fichten und zu 30 Prozent aus Buchen so der Biologe weiter: „Andere Baumarten spielen kaum eine Rolle.“ Heute sei etwa die Hälfte der Fläche des Sauerlandes wieder bewaldet.
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird im Sauerland dafür gesorgt, dass die moderne Symbiose von Wald und Mensch funktioniert. Besonders spürt man dies in Brilon, der Gemeinde mit dem größten kommunalen Waldbesitz in ganz Deutschland. „Alles ist use“ – alles gehört uns – sagen die Briloner mit Blick auf das satte Grün um sie herum. Der Wald ist hier ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Aber wenn in Brilon jährlich etwa 54.000 Kubikmeter Holz geschlagen werden, dann entspricht diese Zahl gleichzeitig auch dem Umfang der jährlichen Aufforstung. Die touristische Nutzung des Waldes zielt in Brilon ebenfalls auf eine harmonische Symbiose. „Der Wald wirkt beruhigend, baut Stress ab und entschleunigt“, weiß Rüdiger Strenger, der Geschäftsführer von Brilon-Touristik. Und so entwickelt man hier den „Gesundheitstouristischen Masterplan Brilon“, der den Besuchern von Brilon zeigen soll, dass der Wald nicht nur Erleben ist, sondern gleichsam ein Ort der gesundheitlichen Prävention.










