Reichhaltige Erzvorkommen und ein ausgeprägtes „Know-How“ in der Eisenverarbeitung sorgten bereits im frühen Mittelalter für den wirtschaftlichen Aufstieg des Sauerlandes. Erste Hochöfen produzierten Roheisen und sorgten somit für reichlich Arbeit in den weiterverarbeitenden Betrieben der Region. Die Kraft des Wassers, von dem es im südlichen Westfalen ebenfalls jede Menge gibt, förderte später den Einsatz von Schmiedehämmern und ermöglichte das Drahtziehen im großen Stil – zwischenzeitlich sogar mit Markt beherrschendem Erfolg. Wie so ein alter Schmiedehammer aussieht, lässt sich heute in zahlreichen technischen Kulturdenkmälern im ganzen Sauerland bestaunen. Einer von ihnen ist der Bremecker Hammer in Lüdenscheid, dessen Geschichte im Jahr 1753 begann. Draht wird noch bis heute in Altena gezogen. Und wie die Stadt hat sich auch die Metallschnur den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft gestellt. Nicht umsonst wirbt das Drahtmuseum in Altena mit dem Slogan: „Vom Kettenhemd zum Supraleiter“.
Ein weiteres Zeugnis für die bereits sehr früh hochinnovative Industrie im Sauerland ist die Luisenhütte in Wocklum bei Altena. Der 1758 in Betrieb genommene Hochofen gilt sogar bundesweit als einer der ersten seiner Art. Wer sich ein umfangreicheres Bild von der erfolgreichen Geschichte der Industrie im Sauerland machen möchte, dem sei unter anderem die Märkische Straße Technischer Kulturdenkmäler empfohlen, die nicht weniger als 233 historische Industriestätten umfasst, die allesamt unter Denkmalschutz stehen.
Die Zeiten der technischen Innovationen dauern im Sauerland bis heute an. Hier wird sich kräftig engagiert, damit das Sauerland im weltweiten Handel ein Wörtchen mitreden kann.
So hilft die Firma Klemm Bohrtechnik in Drolshagen mit ihren Bohranlagen dabei, dass der Panama-Kanal ein wenig tiefer und größer wird.
Exotisch geht es bei Thomas Lage in Menden zu, der aus den zahlreichen Aquarien seiner Firma „Tropical Live Import“ bunte Fische in alle Welt verschickt.
Für die hölzernen Interieurs orientalischer Luxushotels sorgt Michael Sommer in Selbecke bei Kirchhundem. Die Sauerländer Fichten, die der Forstingenieur für private Waldbesitzer verkauft, finden nämlich im Wüstenparadies Dubai reißenden Absatz.
Ein weiterer heimischer Global Player ist infineon in Warstein-Belecke, wo Hochleistungs- Halbleiter hergestellt werden. Hierzu titelte die „Westfalenpost“ euphorisch: „Silicon Valley im Sauerland“.
Aber die Welt ist so manchem Sauerländer nicht genug: Bis ins Weltall werden einzelne Produkte der Briloner Firma Rembe geschossen, die kürzlich spezielle Druckentlastungsreinrichtungen an die Europäische Raumfahrtorganisation (ESA) lieferte.











