Wohl nirgendwo in der Literatur findet sich das Sauerland so authentisch, so verehrt und so leidenschaftlich wiedergegeben wie in den Dichtungen von Friedrich Wilhelm Grimme (1827-1887). Er gilt als der „Sauerlanddichter“ (nicht zu verwechseln mit Adolf Grimme, nach dem der berühmte Fernsehpreis des Deutschen Volkshochschul- Verbandes benannt wurde). Geboren in Schmallenberg-Assinghausen, ging Grimme in Brilon auf
das Gymnasium. In Münster studierte er und wurde Gymnasiallehrer.
Schon früh zeigte sich das literarischschöpferische Talent des jungen Mannes. Mit Humor und einer grundehrlichen Bodenständigkeit näherte sich der Dichter seiner Heimat. Immer wieder fanden gerade die einfachen Menschen des Sauerlandes, die Flora und Fauna der Region sowie die sauerländer Mundart Eingang in seine Verse, seine Prosa sowie seine Erzählungen und wissenschaftlichen Abhandlungen. Mit Begeisterung und einer wachen Beobachtungsgabe erwanderte Grimme das Sauerland. Als er von den Winterberger Höhen kommend auf die ersten Kilometer der Ruhr blickte, dichtete er:
„Jagt zu Tal, ihr Hochlandsquellen, Wenn euch lüstet liebe Schau! Laßt des Mooses weiche Daunen, Laßt der Bienen süßes Raunen, All die Blümlein braun und blau Euch nicht hemmen, frisch zu eilen! Jagt hinab – da mögt ihr weilen.“
Dachte Grimme an die Sauerländer, sah er „das leiblich und geistig gesunde, frische, geweckte Völkchen“ und versicherte seinen Lesern, „daß wir uns auf das herzlichste mit ihm befreunden werden.“ Vor allem in Grimmes Mundartdichtungen findet sich seine besondere Nähe und Liebe gerade zu den eonfachen Leuten des Sauerlandes immer wieder. In seinen Schilderungen der reichen Landschaft nimmt er den Leser gerne wie einen Wanderkameraden an die Hand und gewährt ihm einen warmen Blick über die Winterberger Höhen:
„Die Flüsse, die jener gewaltigen Gebirgskette entspringen, haben sich auch Täler aufgerissen, und in diesen Tälern ist´s gar wonnig und schön, sie lachen dir in Auge und Herz hinein; und sollte das bei dir nicht verfangen, wofern du dem Praktischen lieber huldigst, so werden
dir fruchtbare Wiesen und schön bestellte Felder und stolzer Hochwald und blühende Gärten hinlängliches Genüge bieten.“
Die Stimme des Sauerlandesverstummte am 2. April 1887 in Münster. Doch sein Werk überdauert ihn bis heute. Gerne werden seine Dichtungen in großen Kreisen vorgetragen oder in stiller Lektüre genossen. Sein Geburtshaus steht noch immer in Assinghausen. Davor erinnert eine bronzene Skulptur an den großen Sohn des Ortes.











