Bestwig: Höhenweg
Gehzeit: ca. 3 Stunden
Tourenplanung: ganzjährig durchzuführen, Wanderschuhe mit Profilsohle, Rucksackverpflegung.
Transfer: Die Wandergasthöfe sind nach Absprache bereit, den Personentransfer zu übernehmen.
Sehenswürdigkeiten: Erzbergbaumuseum und Besucherbergwerk Ramsbeck, Fort Fun Abenteuerland, Bergbaurelikte in Dörnberg
Der zweite Teil des Bestwiger Panoramaweges beginnt in Wasserfall (1), einem OT von Bestwig. Der Ort ist nach dem, unterhalb des Dorfes liegenden, einzigen natürlichen Wasserfall von Nordrhein-Westfalen benannt, der aber nur periodisch wasserführend ist. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes findet sich im Jahre 1560. Die ersten Bewohner waren sicherlich Köhler und Bergleute, die im nahen Bergbau am „Klingelborn“ ihr Brot verdienten. Bekannt wurde das Dorf durch den Freizeitpark Fort Fun. Begonnen hat dieser 1967 mit der Anlage eines Doppelanker-Skiliftes. 1971 folgte der Fort-Fun-Saloon als erstes Bauwerk der künftigen Westernstadt. Eine spektakuläre Aktion war 1972 die Einweihung der damals größten Rutschbahn der Welt. Vom Stüppelturm aus bietet sich eine tolle Aussicht über weite Teile des Sauerlandes – der Turm ist im Parkgelände gelegen. Vor der Wasserfäller Antoniuskapelle links hoch, mit freier Aussicht auf das Abenteuerland Fort Fun und darüber hinaus bis zu den Bruchhauser Steinen. Weiter hoch erreichen wir eine Schutzhütte (2), nach dieser gehen wir links ab und haben später eine Fernsicht auf das obere Valmetal mit dem Fernsehturm der Hunau am Horizont. Diesen Weg weitergehend sehen wir Ramsbeck und Berlar aus der Vogelperspektive vor uns. Nach kurzer Zeit erreichen wir die kleine Ortschaft Dörnberg (3). Aus dem Wald herauskommend sehen wir eine Halde aus vormaliger Bergbauzeit, von der aus bietet sich eine herrliche Sicht auf die Bestwiger Ortsteile Andreasberg, Heringhausen, Bestwig, Nuttlar und Ostwig. Während Dörnberg 1759 erstmalig erwähnt wird, ist das etwas unterhalb gelegene Andreasberg das jüngste Dorf der Gemeinde Bestwig. Im Zuge der bergbaulichen Boomphase, die wohl nur mit einem Goldrausch verglichen werden kann, bezog ein Treck aus Sachsen an nur einem Tag im Jahre 1854 die vorher notdürftig von der Bergwerksleitung zusammengezimmerten Häuser. Das Mundloch des Karl-Haber- Stollen ist wie der Schlammteich („Silbersee“) auffälliges Zeichen der Bergbaugeschichte. Die große Freizeitanlage in Andreasberg lädt zur Rast ein. Geradeaus folgen wir unserem (B) später talwärts bis zum gerade beschriebenen Ortsteil. An einer Lore folgen wir nach links der Kreisstraße 17 bis zum Ortsmittelpunkt. An der Kirche rechts ab bis zur Schützenhalle, hier links zur Freizeitanlage (4), dann links am Sportplatz vorbei und weiter gerade aus über eine Anhöhe mit guter Sicht auf die Weihnachtsbaumkulturen des Dorfes Heringhausen. Wir folgen dem (B) Richtung Norden und erreichen nach einiger Zeit das Wegekreuz „Auf der Steh“ (5). Hier gehen wir nach rechts auf die K 16, um nach 200 m wieder nach links abzubiegen. Zunächst bergan, mit zwischenzeitlich guter Aussicht rückwärts schauend auf Andreasberg und Dörnberg, erreichen wir das Hauptwasserwerk der Gemeinde Bestwig im Breberg. Seit 1.1.1975 Sitz der Großgemeinde. Die Verwaltung ist in dem 1994 fertig gestellten neuen Rathaus untergebracht. Ehemalig nur aus zwei Bauernhöfen bestehend, entwickelte sich der Ort nach dem Bau der Ruhrtal-Eisenbahn ab 1872 durch den Bahnhof und ein großes Bahnbetriebswerk sehr schnell. Das moderne Bergkloster der Schwestern der hl. Maria Postel empfängt Besucher mit offenen Armen. Von hier geht es talwärts bis wir wieder das Neubaugebiet Westfeld (6) erreichen. Hier gehen wir nach rechts bis zur Bushaltestelle in Ostwig (7) und dem Flair-Hotel. Der staatlich anerkannte Erholungsort Ostwig gefällt durch schmucke Fachwerkhäuser und das schloßähnliche Haus Ostwig im Zentrum. Seit 1771 befindet sich der alte Rittersitz im Besitz der Freiherrn von Lüninck. Bei den Lüninck´schen Gräbern findet sich auch das Grab eines wegen Beteiligung am Attentat auf Hitler als Widerstandskämpfer 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichteten Familienmitglieds. Die Ruine eines Rauchabgaskamins weist auf die Zeit des bergbaulichen Booms rund um Ramsbeck hin. Hier in Ostwig sollte eine Verhüttung entstehen, aber vor der Umsetzung brach das geplante Ramsbecker Bergbauimperium zusammen und der Kamin kam niemals zum Einsatz.
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