Westfalens höchster Rundwanderweg führt um Winterberg herum
Der Wind pfeift über die Hochfläche am Kahlen Asten, der seinem Namen alle Ehre macht. Leicht fröstelnd schnürt man sich die Bergschuhe vor dem Gipfelgasthaus. Selbst im Sommer ist es angenehm kühl hier oben in 841 Metern Höhe, doch es geht noch höher. Nordrhein-Westfalens bekanntester und meistbesuchter Berg wird vom Langenberg um zwei Meter übertroffen.
Die Winterberger Hochtour beginnt und endet am Kahlen Asten, verbindet die Winterberger Ortsteile miteinander, führt über die höchsten Berge des Hochsauerlandes, durchquert acht Täler und zeigt den Wanderern hervorragende Sehenswürdigkeiten aus Natur und Kultur. Dabei umrundet der Wanderweg Winterberg einmal komplett und zeigt dabei alle Facetten der abwechslungsreichen Landschaft. Man nehme sich einmal die Zeit, stelle sich irgendwo in die urwüchsigen Fichtenwälder am Clemensberg oder in die sommergrünen Buchenhochwälder und lasse die Atmosphäre auf sich wirken: Sofort beruhigen sich Körper und Geist. Man fühlt endlich einmal seinen eigenen Pulsschlag und nicht immer nur jenen der hektischen Großstädte.
Am Marktplatz, dem einstigen Treffpunkt der mittelalterlichen Handelswege von Köln nach Leipzig und von Soest nach Frankfurt beginnt der Zugangsweg von Winterberg zum Kahlen Asten. Vorbei am Denkmal des Handelsmannes führen Winterberger Hochtour und Rothaarsteig gemeinsam aus der Wintersportstadt. Die St. Georgs-Schanze, das Skiliftkarussel am Herrloh, ein viele Kilometer langes Loipensystem und die international renommierte Eisröhre der Bob- und Rodelbahn ziehen alljährlich zahlreiche Wintersportbegeisterte ins Hochsauerland.
Auf dem Aussichtsturm des neu gestalteten Gasthauses des Kahlen Astens steht man unbestritten am höchsten Punkt Nordrhein-Westfalens. Kein Wunder, dass die Fernsichten bei klarem Wetter bis nach Kassel, ins Ruhrgebiet und über das gesamte Rothaargebirge reichen.
Die Hochheide am Kahlen Asten ist, wie auch jene am Clemensberg, durch intensive Waldweidewirtschaft entstanden und hat sich so über die Jahrhunderte zu einem raren Naturraum entwickelt. Bis heute lassen Sennen und Hirten ihre Schafe und Heidschnucken dort weiden und erhalten so dieses einmalige Landschaftsbild. Jedes Frühjahr findet ein großer „Heideauftrieb“ statt. Vorbei an der Lennequelle führt die Winterberger Hochtour in Richtung Altastenberg. Beim Abstieg in den kleinen Ferienort bietet sich ein schöner Blick auf die Hunau mit dem markanten Fernsehturm auf dem den Horizont füllenden Bergrücken. Über den, wenn zur rechten Zeit bewandert, seinem Namen alle Ehre machenden Blaubeerpfad wird das höchstgelegene Bergdorf Westfalens erreicht.
Abwechselnd durch Wiesen, dann wieder im Wald zieht sich die Tour am Großen Bildchen vorbei in Richtung Silbach. Am Bach mit dem seltsamen Namen Namenlose wandert man dann Tal auswärts nach Siedlinghausen. Eine lohnende Variante führt über den Meisterstein. Von dort oben bietet sich ein atemberaubender Tiefblick auf den blau-grün schimmernden Bergsee.
Den Weg von Siedlinghausen nach Niedersfeld versperrt der Hohe Hagen und verlangt ordentlich Muskeleinsatz, um den 675 Meter hohen Passübergang zu bewältigen. Dem nicht genug wartet anschließend der Aufstieg auf den Clemensberg. Am weißen Gipfelkreuz treffen sich Winterberger Hochtour, Uplandsteig und Rothaarsteig, verlaufen ein Stück gemeinsam, bevor die Hochtour nach Hildfeld abzweigt. Über Grönebach und Elkeringhausen bringt munteres Achterbahnlaufen die Wanderer nach Züschen, südlich des Hauptkamms.
Das kleine Fachwerkdorf ist bekannt als Wintersportort mit langer Tradition. Dominanter Berg ist die 816 Meter hohe Ziegenhelle mit ihrem Aussichtsturm. Es folgt ein langes Wegstück, weit abseits jeder Zivilisation, durch herrlich stille Hochwälder nach Mollseifen.
Die seit 1975 der Stadt Winterberg zugehörigen Höhensiedlungen Hoheleye, Langewiese und Neuastenberg sind die Etappenpunkte der abschließenden Tal- und Bergwanderung zurück auf das Gipfeldach des Kahlen Astens. Dort schließt sich der Kreis wieder. Es bleibt die Erinnerung an eine herrliche Wanderwoche über die höchsten Berge Nordrhein-Westfalens.
Auf einen Blick
Länge 82 km
Höhenunterschied 2.200 m
Etappen 4 - 5 Tage
TOURISTINFORMATION
DER STADT WINTERBERG
Am Kurpark 6, , D-59955 Winterberg
Telefon 0 29 81 / 92 50 0
Telefax 0 29 81 / 92 50 24
www.winterberg.de
www.winterberger-hochtour.de










