Nach rund 30 Sekunden setzt ein spürbarer Kälteschmerz ein. Dann ist es Zeit für zwischenzeitliches Aufwärmen, bevor die angenehme Prozedur wiederholt wird. Gibt es eine bessere Methode, Kreislauf und Durchblutung anzuregen, als eine Wanderung in frischer Luft mit Kneippen zu verbinden?
Rund um Olsberg verläuft der Olsberger Kneippwanderweg. Der Name irritiert ein wenig, ist er doch alles andere als ein Kurweg. Die Route führt durch bezaubernde Talauen, klettert auf bizarre Felsspitzen, bietet großartige Ausblicke von hohen Bergen und vermittelt mindestens 2 Tage intensives Wandererlebnis im Sauerland.
Getreu dem Motto „Kneippen und Wandern“ beginnt der Kneippwanderweg an der Tretstelle im Kurpark Dr. Grüne, an Ort und Stelle der ehemaligen Kaltwasserheilanstalt. Schon wenig später kann man an der Tretstelle „Gierskopp“ zum ersten Mal die Schuhe auf die Seite stellen und kneippen. Der Gierskoppbach kommt aus dem gleichnamigen Tal und findet seinen Anfang am Langenberg dem höchsten Berg von Nordrhein- Westfalen. Also flugs hinein in den munter fließenden Bergbach!
So erfrischt, ist der folgende Aufstieg keine wirkliche Herausforderung. Wer sich besonders kräftig fühlt, baut eine Variante ein: Er verlässt den Kneippwanderweg kurz nach der Roten Brücke auf dem Kreuzweg zu Borbergs Kirchhof. Wallburganlage, Kapelle und die Ruinen des Kirchhofs bilden ein ungewöhnliches Ensemble mitten im einsamen Buchenhochwald. Von der Kapelle bietet sich ein schöner Blick auf Olsberg, tief unten im Tal.
Wer zur Tretstelle „Papendiek“ möchte, steigt auf demselben Weg wieder ab. Sonst folgt man dem Briloner Kammweg und dem Rothaarsteig für 20 Minuten und trifft kurz vor Hilbringsen wieder auf den Kneippwanderweg. Dass Olsberg eine lange Bergmannstradition hat, zeigt sich am Eisenberg: Pingen, Stollen und Abraumhalden sind eindrucksvolle Zeugen der Bergbaugeschichte. Einen noch näheren Einblick unter Tage gewährt der „Philippstollen“ direkt am Weg. Vom Langenberg folgt ein angenehmer Abstieg bis nach Olsberg. Immer wieder öffnen sich die Blicke über die Stadt zu Ohlenberg und Olsberg, zwei weiteren Zielen der Wanderung. Am Schloss Schellenstein überquert der Kneippwanderweg die Ruhr, steigt zum Waldrand auf und führt an ihm entlang oberhalb von Schloss Gevelinghausen vorbei zur Gevelinghauser Mühle. Talaufwärts folgt man nun der Elpe und kann sich bereits auf die nächste Wohltat für die heißgelaufenen Füße freuen.
An der Tretstelle „Elpe“ wechselt der Wanderweg auf einer alten Rundbogenbrükke über den Bach und führt in munterem Auf und Ab nach Helmeringhausen . Eine Strekke, um warm zu werden. Denn nun folgt die größte Herausforderung der Wanderung mit dem Anstieg über die Tretstelle „Vossbach“ zum Ohlenberg. Kaum einer wird widerstehen können, seine Füße in das glasklare Quellwasser zu halten, bevor der Steilanstieg in Angriff genommen wird. Am großen Gipfelkreuz des höchsten Punktes der Rundwanderung ist Zeit für eine ausgiebige Rast, um zu verschnaufen und die weite Aussicht ins westfälische Tiefland zu genießen. Wieder unten, locken die Tretstellen der „Ruhr“ und wenig später an der „Luisenquelle“. Sie kommen gerade richtig, um noch einmal den Füßen etwas Gutes zu tun, bevor es an den nächsten strengen Aufstieg auf den Olsberg geht. Wie schon zuvor, bietet sich auch von der kleinen Schutzhütte des SGV eine schöne Aussicht über die Stadt Olsberg und die letzten Höhenzüge des Sauerlandes, die sich langsam aber sicher im Bördeland am Horizont verlieren.
Zurück im kleinen Kurpark Dr. Grüne setzt man sich noch einmal an den Rand der Tretstelle, lässt die Füße im kalten Wasser baumeln und erinnert sich mit ein wenig Stolz und viel Zufriedenheit gerne an die zurückliegenden 39 Kilometer rund um Olsberg. 39 Kilometer Fuß- und Seelenmassage rund um Olsberg.
Auf einen Blick
Länge 39 km
Höhenunterschied 1.200 m
Etappen 2 - 3 Tage
OLSBERG TOURISTIK
Ruhrstraße 32
D-59929 Olsberg
Telefon 0 29 62 / 97 37 0
Telefax 0 29 62 / 97 37 37
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